Das Verriegelungssystem eines Klappmessers bestimmt seine Sicherheit und seinen Bedienkomfort: Es verhindert, dass sich die Klinge beim Schneiden auf Ihre Finger schliesst. Die wichtigsten Mechanismen sind der Slipjoint, der die Klinge hält, ohne sie zu verriegeln, der Back Lock (Rückenverriegelung), der Liner Lock, der Frame Lock und markenspezifische Systeme wie der Axis Lock oder der Button Lock. Für den täglichen Gebrauch sind alle geeignet: Die richtige Wahl hängt vor allem von Ihren Gewohnheiten und Ihren Händen ab.
Warum die Verriegelung wichtig ist
Ein Klappmesser arbeitet auf einem Drehpunkt. Ohne Verriegelung kann ein Druck auf den Klingenrücken oder eine Verwindung die Klinge schliessen. Ein zuverlässiger Verriegelungsmechanismus macht das Messer sicherer für alltägliche Aufgaben: einen Karton öffnen, ein Seil durchschneiden, ein Picknick vorbereiten oder einen Ast zurechtschneiden. Er beeinflusst auch, wie man das Messer öffnet und schliesst, mit einer oder mit zwei Händen.
Der Slipjoint
Dies ist das älteste System, das der meisten Schweizer Taschenmesser und vieler regionaler Messer. Eine Feder, die gegen die Ferse der Klinge drückt, hält sie geöffnet oder geschlossen, aber ohne sie zu verriegeln: Mit ausreichender Kraft schliesst sie sich.
Das Spyderco UK Pen ist ein schönes modernes Beispiel. Bei diesem Messertyp lernt man schnell, auf die Schneide zu drücken und nie auf den Klingenrücken. Zu den Schweizer Taschenmessern finden Sie in unserem Ratgeber Schweizer Taschenmesser kaufen: der Ratgeber zur Auswahl weitere Hinweise.
- Stärken: Einfachheit, Schlankheit, Tradition.
- Grenzen: keine echte Verriegelung.
Der Back Lock (Rückenverriegelung)
Eine im Griffrücken liegende Feder rastet in eine Kerbe an der Ferse der Klinge ein. Zum Schliessen drückt man auf den Teil der Feder, der am Griffrücken hervorsteht. Robust und bewährt ist dies das System des berühmten Buck 110, seit Jahrzehnten eine Referenz unter den Klappmessern, und vieler Spyderco wie dem Delica.
- Stärken: sehr stabil, einfach zu verstehen, für Rechts- und Linkshänder.
- Grenzen: Das Schliessen erfordert oft beide Hände.
Der Liner Lock
Eine Metalllamelle, aus der inneren Platine des Griffs geschnitten, bewegt sich beim Öffnen hinter die Ferse der Klinge und blockiert sie. Zum Schliessen drückt man diese Lamelle mit dem Daumen zur Seite. Es ist ein verbreitetes System bei modernen Taschenmessern, wie dem Kershaw Shuffle II, dessen Ring auch als Flaschenöffner dient.
- Stärken: Schliessen mit einer Hand, kompakter Mechanismus.
- Grenzen: in der Regel für Rechtshänder konzipiert, vor dem Kauf zu prüfen.
Der Frame Lock
Gleiches Prinzip wie beim Liner Lock, aber hier ist ein Teil des Griffs selbst, oft aus Stahl oder Titan, der als Riegel dient. Das Ergebnis ist dicker und steifer. Das CRKT Squid mit seinem Stahlgriff zeigt dieses System gut in einem kompakten Format.
- Stärken: sehr steif, wenige Teile.
- Grenzen: oft schwerere Messer.
Die Markensysteme
Der Axis Lock (Benchmade)
Ein kleiner Bolzen, von Federn gedrückt, gleitet in einem Schlitz des Griffs und blockiert die Ferse der Klinge. Zieht man den Bolzen nach hinten, gibt man die Klinge mit einer Hand frei, ob Rechts- oder Linkshänder. Das sehr leichte Benchmade Bugout ist damit ausgestattet.
Der Button Lock
Ein am Griff angebrachter Knopf verriegelt die Klinge; man drückt ihn, um sie freizugeben. Beim Civivi Elementum Button Lock blockiert er die Klinge sowohl in geöffneter als auch in geschlossener Stellung.
Der Virobloc-Ring (Opinel)
Noch einfacher blockiert der Drehring von Opinel die Klinge ab dem N°6 in geöffneter Stellung. Ein schlichtes System, das sich seit 1955 bewährt hat.
Wie wählt man?
- Für leichten und traditionellen Gebrauch: ein Slipjoint, unauffällig und angenehm.
- Für Robustheit im Alltag: ein Back Lock oder ein Frame Lock.
- Für Beidhändigkeit und Bedienung mit einer Hand: ein Axis Lock oder ein Button Lock.
- Für ein kompaktes Format: ein Liner Lock.
Welches System es auch ist, prüfen Sie regelmässig, dass die Verriegelung deutlich einrastet, ohne Spiel, und halten Sie den Mechanismus sauber. Ein Tropfen Öl am Drehpunkt von Zeit zu Zeit genügt. Entdecken Sie unsere Auswahl in den Kategorien Klappmesser und Marken-Taschenmesser.
Häufige Fragen
Welches ist das sicherste Verriegelungssystem?
Ein gut konstruierter Back Lock, Frame Lock oder Axis Lock bietet im täglichen Gebrauch ein ausgezeichnetes Sicherheitsniveau. Die Verarbeitungsqualität zählt mehr als die Art des Mechanismus.
Ist ein Messer mit Slipjoint gefährlich?
Nein, wenn es richtig verwendet wird. Die Klinge ist nicht verriegelt: Man schneidet, indem man auf die Schneide drückt, nie auf den Klingenrücken.
Welches System für Linkshänder?
Der Back Lock, der Axis Lock und die meisten Button Locks sind für beide Hände geeignet. Liner Locks und Frame Locks sind oft für Rechtshänder konzipiert.
Wie pflegt man den Mechanismus?
Reinigen Sie den Griff, um Staub und Rückstände zu entfernen, trocknen Sie ihn und geben Sie dann einen Tropfen Öl auf den Drehpunkt. Prüfen Sie, dass die Verriegelung ohne Spiel einrastet.
Was ist ein «Flipper»-Messer?
Das ist eine Öffnungsart, keine Verriegelung: Ein Nocken am hinteren Ende der Klinge erlaubt es, sie mit einem Druck des Zeigefingers zu öffnen. Er ist mit einem Verriegelungssystem kombiniert, oft einem Liner Lock oder einem Frame Lock.
Verkauf von Messern nur an Personen ab 18 Jahren. Das Tragen eines Messers ist gesetzlich geregelt: Informieren Sie sich über die geltenden Vorschriften an dem Ort, an den Sie es mitnehmen.
